Begegnung zwischen Hund und Mensch

 

Richtig verhalten - kein Problem!

Hunde sind unsere Freunde. Jedoch lieben nicht alle Menschen Hunde, und es gibt auch Hunde, die keinen Kontakt zu fremden Menschen wollen und solche, die eine freundlich gemeinte Kontaktaufnahme missverstehen. Die folgenden Regeln helfen, Konflikte bei Begegnungen mit fremden Hunden zu vermeiden.

 

Kontaktaufnahme zu fremden Hunden:

 

Häufige Fehler:

1. direktes rasches Zugehen auf einen fremden Hund.
2. sich über den Hund beugen.
3. den Hund über Kopf und/oder Rücken streicheln.

Wenn wir so eine Begegnung mit einem Hund beginnen, treten wir ziemlich ins Fettnäpfchen. Ähnlich wie wir haben nämlich auch Hunde Regeln, wie man sich höflich begrüßt. So kann ein rasches, direktes Zugehen von dem Hund leicht als Bedrohung missverstanden werden. Die Gewichtsverlagerung nach vorn und das Auflegen von Kopf oder Pfote auf den Rücken des anderen Hundes sind in der hundlichen Kommunikation Gesten der Überlegenheit, d.h. wir benehmen uns wie ein ranghohes Individuum, wenn wir uns über den Hund beugen und ihn streicheln. Auf ein solches Verhalten kann ein Hund mit Aggression reagieren.

 

So ist es richtig:

1. Fragen Sie den Besitzer, ob sein Hund es mag, begrüßt und gestreichelt zu werden.
2. Gehen Sie nicht direkt auf einen fremden Hund zu, um ihn zu streicheln, sondern gehen Sie so in die Hocke, dass der Hund ihr „Profil“, Sie also von der Seite sieht.
3. Wenn der Hund auf Sie zukommt, strecken Sie nicht die Hand nach ihm aus. Er könnte dies als eine Bedrohung empfinden.
4. Lassen Sie dem Hund Zeit, Sie zu beschnuppern. Wenn er von sich aus geht, erzwingen Sie keinen weiteren Kontakt.

 

Regeln für Begegnungen zwischen Hunden und Kindern:

1. Machen Sie Ihr Kind mit den Grundregeln vertraut, wie man sich einem fremden Hund nähert.
2. Legen Sie die Spielregeln fest und bleiben Sie dabei, damit Sie das Spiel beenden können, bevor es zu wild wird. Geeignet für Kinder sind Apportierspiele mit Hunden oder die Durchführung von kleinen Kunststückchen, für die der Hund mit einem Leckerli belohnt werden kann. Ungeeignet dagegen sind alle Fang-, Zerr- und Raufspiele, da diese zu leicht außer Kontrolle geraten können.
3. Erklären Sie ihrem Kind, dass nicht jeder Hund gern mit Kindern spielt bzw. dass auch ein Hund manchmal keine Lust zu spielen hat.
4. Wenn möglich, wird ein Hund normalerweise versuchen, dem Kind auszuweichen, wenn er den Kontakt vermeiden will. Deshalb darf ein Kind nicht versuchen, einen Hund, der davonläuft, festzuhalten, ihm nachlaufen oder ihn gar in die Enge treiben.
5. Zieht sich ein Hund deutlich zurück, etwa in sein Körbchen oder unter einen Tisch, eine Sitzbank oder Ähnliches, dann heißt das: „Lass mich in Ruhe“ und das muss unbedingt respektiert werden.
6. Ebenso muss ein Kind lernen, dass es einem Hund weder beim Fressen stören, noch sein Spielzeug wegnehmen darf.
7. Lassen Sie Ihr Kind niemals – auch nicht mit einem bekannten oder dem eigenen Hund – unbeaufsichtigt! Das Kind könnte dem Hund ungewollt Schmerzen zufügen, es könnte schreien, davon rennen oder plötzlich stürzen. Jede dieser Situationen kann in dem Hund angeborene Verhaltensweisen auslösen, wie Abwehrschnappen oder Jagdverhalten.

 

Hunde und ängstliche Menschen:

Oftmals hört man von Menschen, die sich vor Hunden fürchten, dass der Hund ihre Angst förmlich zu riechen scheint, und dass selbst ein Hund, der anderen Personen gegenüber friedlich ist, anfängt zu knurren, wenn sie diesem Hund begegnen. Die Ursache hierfür liegt häufig in dem Verhalten der ängstlichen Person: Als Menschen neigen wir dazu, das Subjekt oder Objekt für die Ursache unserer Angst nicht aus den Augen zu lassen. Das Anstarren empfinden Hunde jedoch als Bedrohung, auf die sie, insbesondere, wenn Sie an der Leine sind und sich nicht zurückziehen können, mit einer Gegendrohung reagieren können.

 

So ist es richtig:

1. Sollten Sie einem Hund an der Leine begegnen, so tun Sie so, als sähen Sie ihn nicht. Damit vermeiden Sie, den Hund ungewollt zu bedrohen.
2. Haben Sie große Angst, etwa weil Sie bereits unangenehme Erfahrungen mit dem Hund gemacht haben, dann wechseln Sie rechtzeitig, ruhig und so beiläufig wie möglich die Straßenseite.
3. Begegnen Sie einem frei laufenden Hund, der auf Sie zuläuft, so rennen Sie keinesfalls davon. Hetzen und Jagen gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire eines Hundes. Sie könnten den Hund durch das Davonlaufen ungewollt dazu auffordern, Sie zu verfolgen. Gehen Sie stattdessen ruhig weiter, ohne den Hund anzusehen oder anzusprechen. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Hund Ihnen keine Beachtung schenken wird.
4. Beginnen Sie keinesfalls eine lautstarke Diskussion mit dem Besitzer des Hundes, da dies von dem Hund als Bedrohung seines Rudels empfunden und mit Verteidigungsverhalten beantwortet werden könnte.

 

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Die Sache mit dem Schwanzwedeln!

Wohl kein Signal wird häufiger missverstanden als das Schwanzwedeln. Zwar ist es richtig, dass ein Hund seiner Freude durch Schwanzwedeln Ausdruck verleiht, jedoch ist nicht jeder schwanzwedelnde Hund freundlich. Erst wenn wir die Situation berücksichtigen und die übrigen Körpersignale, die der Hund aussendet, können wir das Schwanzwedeln richtig interpretieren. Ein Hund, der mit dem ganzen Hinterteil wackelt, wenn er ein Familienmitglied begrüßt und dabei mit dem Schwanz wedelt, drückt sicherlich Freude aus. Ist er aber angespannt, starrt sein Gegenüber an und wedelt dabei mit dem Schwanz, dann ist dies eine deutliche Warnung. Diesem Hund geht man am besten aus dem Weg.